Mikrobiologische Darmbehandlung

Was ist die mikrobiologische Therapie?

Die mikrobiologische Therapie versucht das gesunde = physiologische Gleichgewicht der Mikroorganismen (Bakterien) im Darm wieder herzustellen. Dadurch wird die Vermehrung der nützlichen Bakterienarten, welche für das Immunsystem unerlässlich sind, gefördert und gleichzeitig die Vermehrung von schädlichen Organismen verhindert.

Warum hilft die mikrobiologische Therapie?

Die Lebensgemeinschaft des menschlichen Organismus mit ganz spezifischen nützlichen Bakterien nennt man Symbiose. Gerade die Darmschleimhaut ist mit einer Vielzahl solch nützlicher Bakterien besiedelt, welche unersetzlich für die Darmfunktion und auch für das Immunsystem sind. Bei Schädigung dieser Bakterien, z.B. durch Medikamente, Antibiotika, falscher Ernährung, werden diese notwendigen Bakterien zuerst vermindert oder deren Verteilungsmuster stark verändert. So können sich dann schädliche Krankheitskeime vermehren, ins Blut gelangen und vielfältige Krankheiten verursachen. Auch die Vermehrung von Darmpilzen wird durch ein Ungleichgewicht der nützlichen Bakterienarten gefährdet. Durch Zufuhr von fehlenden Bakterien in Form von Tabletten, Kapseln und Tropfen wird das Gleichgewicht angeregt. Für den dauerhaften Erfolg ist die gleichzeitige Ernährungsumstellung und eine eventuelle Veränderung der Lebensgewohnheiten unerlässlich.

Wann hilft die mikrobiologische Therapie?

  • bei Störungen der Darmfunktion mit Völlegefühl, Blähungen und Bauchbeschwerden
  • bei entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa, Morbus Crohn
  • bei einer nachgewiesenen Pilzinfektion des Darmes
  • bei wiederkehrenden oder chronischen Infektionen der Luft- und Harnwege
  • Allergien, allergischem Ekzem, Neurodermitis
  • Lebererkrankungen
  • rheumatischen Erkrankungen
  • Krebskrankheit

Wie funktioniert die mikrobiologische Therapie?

Wichtig ist eine Änderung der Ernährung. Vor allem in den ersten 3 – 4 Behandlungswochen sollten folgende Hinweise beachtet werden:
Vermeiden Sie Alkohol, Kaffee, Rauchen, wenig Schwarztee. In den ersten 2-3 Tagen nach Möglichkeit fasten nach dem Prinzip der Mayr-Kur : als Getränk vor allem Kräutertees, stilles Mineralwasser; zu den Mahlzeiten langsames, aber ausgiebiges Kauen von alten Semmeln, evtl. in Milch geweicht. Durch das lange Kauen werden die Verdauungssäfte angeregt, es wird eine Sättigung erreicht, ohne das viel gegessen wurde. – Dadurch kommen Sie mit wenig Nahrung aus. Im ambulanten Bereich zu Hause ist ein strenges Fasten nicht sehr zu empfehlen. Es ist sinnvoll schwer verdauliche und auch reichhaltige Mahlzeiten zu meiden. Außerdem nach 18 Uhr nicht mehr essen.
Die medikamentöse Umstimmung des Darmmilleaus beginnt morgens mit circa 250ml Wasser mit Bullrich Vital Basentabletten. Dann erst nach 30 Minuten frühstücken. Oder alternativ an Stelle von Bullrich Basentabletten Ozovit Pulver. Die Dosierung sollte so gewählt werden, dass kein Durchfall auftritt. Zum Beispiel 1 bis 3 Esslöffel morgens nach dem Frühstück. Wenn nicht gleichzeitig eine Hydro-Colon-Therapie durchgeführt wird sollte darauf geachtet werden, daß der Stuhlgang täglich erfolgt, aber es soll nicht zu regelmäßigem Durchfall kommen. Dann ist Menge an Bullrich Vital Basentabletten oder Ozovit zu verringern. Eine allgemeine Einnahmeregel lässt sich nicht aufstellen, da jeder Mensch anders reagiert.

Zusätzlich kommt nach 1 Wochen Milchzucker hinzu, Markalakt, der über Milchsäuregärung dazu beiträgt, den physiologischen pH-Wert (Säurewert) im Darm wiederherzustellen. Morgens unmittelbar vor dem Frühstück und abends vor dem Zubettgehen jeweils 2-4 Teelöffel Markalakt Pulver in ca. 200ml heißem Wasser lösen und langsam trinken. Auch hier hängt die genau Dosis von der Reaktion jedes Einzelnen ab. Dazu werden kurmäßig über einigen Wochen Bakterien-Hydrolysate (aufbereitete Bakterienteile) in Form von Tabletten, Kapseln oder Tropfen eingenommen.

Wer übernimmt die Kosten ?

Die gesetzliche Krankenkasse erstattet die Kosten der nötigen Medikamente bei dieser Behandlungsform nicht, auch wenn es kassenübliche Medikamente sind. Zusätzlich kommen zu den Medikamentenkosten die Kosten für Ozovit und Markalakt.

Wann darf die mikrobiologische Therapie nicht durchgeführt werden?

Es gibt keine sogenannten Gegenanzeigen.